Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2.4: Präsentation Netzwerk Frühe Hilfen durch die Netzwerkkoordinatorin des Landkreis Diepholz

BezeichnungInhalt
Sitzung:12.11.2019   JFSS/04/2019 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Frau Nicolaysen vom Fachdienst Jugend des Landkreis Diepholz stellt als Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen vor.

Frühe Hilfen verfolgen einen vorbeugenden Ansatz: Sie sollen frühzeitig, präventiv und einladend sein. Die Ziele der Frühen Hilfen basieren auf starken Wurzeln, dem Grundgesetz, den Kinderrechtskonventionen der Vereinten Nationen, dem Bundeskinderschutzgesetz und dem Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz.

Gerade im Bereich der Frühen Hilfen sollen verbindliche Kooperationsstrukturen zwischen Angebotserbringern auf- bzw. ausgebaut werden. Ziele der Netzwerke sind zum Beispiel die gegenseitige Information über Angebots- und Aufgabenspektrum, der Klärung struktureller Fragen in Angebotsgestaltung und –entwicklung, der Abstimmung von Kinderschutzverfahren sowie der Definition von Grundsätzen einer verbindlichen Zusammenarbeit.

Die Netzwerke werden durch den Fonds Frühe Hilfen gefördert zum Ausbau und Weiterentwicklung kommunaler Netzwerke Frühe Hilfen, zum bedarfsgerechten Ausbau des Einsatzes von Familienhebammen, zur Förderung der Freiwilligenarbeit und von Maßnahmen im Kontext Frühe Hilfen, die als Regelangebote ausgebaut werden sollen.

Der Aufbau der Netzwerke Frühe Hilfen ist 2013 in Stuhr und im Sulinger Land gestartet. Es folgten 2014 Bruchhausen-Vilsen, 2016 Barnstorf und Bassum, 2018 Rehden und Weyhe und 2019 Syke und Diepholz. Weitere Netzwerke sind in Planung, bis das Netzwerk sich über den gesamten Landkreis Diepholz verteilt.

Das Netzwerk Frühe Hilfen ist ein Netzwerk mit allen, die aufgrund ihrer Profession mit werdenden Eltern und Eltern mit kleinen Kindern zusammenarbeiten: die öffentliche und freie Jugendhilfe, die Einrichtungen der frühen Förderung und Bildung, den Familien- und Kinderservicebüros, den Beratungsstellen im Rahmen des Schwangerschaftskonfliktgesetzes, den Fachkräften und Institutionen mit Zugang zu Familien und/oder Fachwissen für besondere Lebenslagen sowie die Akteure aus dem Gesundheitswesen.

In 2019 gab es in Diepholz zwei erste Treffen zur Vorstellung und Planung des Netzwerkes Frühe Hilfen für Diepholz. Im Januar 2020 wird gemeinsam mit den genannten Partnern ein Kooperationsvertrag ausgearbeitet und unterschrieben. Danach wird zusammen über das erste Angebot im Rahmen Frühe Hilfen für Diepholz entschieden. Weiterhin wird sich das Netzwerk Frühe Hilfe im Jahr ca. drei Mal treffen. Je Treffen wird eine Institution ihre Angebote vorstellen um dann gemeinsam an Themen zu arbeiten. 

 

Frau Nicolaysen erklärt auf Nachfrage des Ausschusses das Projekt Café Kinderwagen.

Das Café Kinderwagen ist eine profibegleitete, kostenlose Krabbelgruppe. Einmal wöchentlich treffen sich eine Familienhebamme und eine pädagogische Fachkraft für 1,5 Stunden gemeinsam mit werdenden und Eltern mit kleinen Kindern zum Austausch in Fragen der Säuglingsernährung, Körperpflege, gesundheitliche Aspekte, Umgang mit dem Baby, Erziehungsvorstellungen, Kleinkindentwicklung und anderen Punkten.  Das Ziel ist die Hilfe und Unterstützung von Eltern, das Hemmen von ungünstigen Entwicklungsverläufen und das Erreichen der Eltern in sensiblen Phasen. 

 

Frau Nicolaysen erklärt auf Nachfrage von RH M. Albers, dass das Netzwerk über das nötige Angebot für Diepholz entscheide. Sicherlich wird der Wunsch der Politik nach einem Café Kinderwagen Berücksichtigung finden.

 

FDLin Hage und Frau Nicolaysen erklären auf Nachfrage von RH M. Albers, die Kosten für ein Café Kinderwagen werden anteilig vom Landkreis Diepholz und der Stadt Diepholz getragen und sind im Haushalt 2020 bereits berücksichtigt. 

 

Frau Nicolaysen erklärt auf Nachfrage von RF Schafmeyer, dass das Netzwerk ein Gemeinschaftsprojekt sei und der Gemeinschaftsgedanke zähle. Es wird keinen Ansprechpartner geben.

 

Frau Nicolaysen erklärt auf Nachfrage von RH Reckmann, dass die bereits vorhandenen Netzwerke gerade das Wissen um die anderen Angebote in der Kommune in ihren eigenen Beratungsstellen als sehr hilfreich empfinden.

 

Frau Nicolaysen erklärt auf Nachfrage von RF Wilker, die in den ersten Treffen vorgestellten Zahlen sind aus 2016. Aktuellere können beim Gesundheitsamt abgefragt werden.

 

Frau Nicolaysen erklärt auf Nachfrage von RF Trümpler, erst wenn im Landkreis Diepholz flächendeckend Netzwerke Frühe Hilfen entstanden seien, kann die Freiwilligenarbeit mit aufgenommen werden.