Betreff
Neugestaltung Lange Straße Mitte - Vorentwurf
Vorlage
SV/FD3/034/2021
Art
Beschlussvorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Verwaltungsausschuss nimmt den Vorentwurf für die Neugestaltung im Bereich „Lange Straße Mitte“ zustimmend zur Kenntnis.

 

Die Verwaltung wird beauftragt, die Planung auf Grundlage des Vorentwurfes fortzusetzen und die Bürgerbeteiligung zu starten.

 

Sachverhalt:

Die Lange Straße ist eine der bedeutenden historischen Achsen in Diepholz. Überwiegend geprägt durch inhabergeführten Einzelhandel und Gastronomie stellt sie, gemeinsam mit den angrenzenden Straßen, heute das Zentrum von Diepholz dar. Im Zuge der letzten städtebau­lichen Sanierung wurde in den 1980er Jahren für die gesamte Lange Straße eine einheitliche Flächengestaltung realisiert und der mittlere Abschnitt mit der Kolkstraße als Fußgängerzone ausgewiesen. Diese Konzeption entspricht jedoch nicht mehr den Nutzungs- und Gestaltan­forderungen, die heute an eine zeitgemäße Innenstadt gestellt werden. Diepholz ist, wie viele kleine und mittelgroße deutsche Städte, von den Auswirkungen des Strukturwandels im Han­del betroffen, sodass die Innenstadt durch immer mehr leerstehende Ladengeschäfte be­stimmt wird. Mittels einer Attraktivierung der Langen Straße sollen erste Impulse zur Entwick­lung der Innenstadt gesetzt und die Aufenthaltsqualität erhöht werden.

Das Planungsgebiet umfasst die Lange Straße in dem Teilabschnitt der Fußgängerzone zwi­schen der Bahnhofstraße und der Wellestraße, sowie die Kolkstraße und die Gasse zum Park­haus an der Hinterstraße.

 

Im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Lebendige Zentren“ soll die Fußgängerzone im Bereich „Lange Straße Mitte“ neugestaltet und attraktiver werden. Im städtebaulichen Rahmenplan wurde die Neugestaltung gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern als Maßnahme festgelegt. Die städtebauliche Rahmenplanung wurde daraufhin am 30.09.2020 vom Rat der Stadt Diepholz beschlossen.

 

Die bestehende Flächengestaltung der 1980er Jahre erzielt durch verschiedene Oberflächen­materialien, Verlegemuster und Möblierungen im Zusammenspiel mit der heterogenen Bebau­ung ein unruhiges Erscheinungsbild. Die Ausstattungselemente sind nicht mehr zeitgemäß und in einem veralteten Zustand. Vielerorts wirken sie als Barriere vor den Eingängen der Geschäfte oder den Übergängen in die angrenzenden Straßen. Die Bewegungsbereiche vor den Ladengeschäften sind durch Möblierungen und Bäume auf einen schmalen Streifen be­grenzt und durch unterschiedliche Aufsteller der Einzelhändler zusätzlich verengt. Die Sicht­barkeit der Läden und Schaufenster wird so eingeschränkt und das Flanieren auf die Mitte der Fußgängerzone verlagert.

 

In der Diepholzer Fußgängerzone gibt es verschiedene gastronomische Angebote, die den öffentlichen Raum mit Außengastronomie beleben. In der derzeitigen Gliederung der Fußgän­gerzone ist die Bestuhlung vor den Gebäuden jedoch nicht berücksichtigt und die Flächen nicht ausreichend groß bemessen. In der Fußgängerzone fehlen besondere Angebote und Aufenthaltsorte, die den Besuch in der Innenstadt zusätzlich attraktiv machen.

 

Für die Planungsleistungen wurden fünf Planungsbüros aufgefordert ein Honorarangebot für die Planungsleistung inklusive eines Lösungsvorschlages bei der Stadt Diepholz einzureichen. Die Aufgabenstellung umfasste die Lange Straße in dem Teilabschnitt der Fußgängerzone, sowie die Kolkstraße und die Wegeverbindung zum Parkhaus an der Hinterstraße. Die Lösungsvorschläge wurden im Rahmen eines kleinen Ideenwettbewerbs einer Bewertungsgruppe aus Stadtverwaltung und Politik vorgestellt.

 

Ziel der Erarbeitung war es, ein zusammenhängendes freiraumplanerisches Gestaltungskon­zepts für die Fußgängerzone, dass die hier verorteten Gebäude und Räume zu einer Einheit zusammenfasst und dem Diepholzer Innenstadtbereich ein reduziertes und klar strukturiertes Erscheinungsbild verleiht, zu entwickeln.

 

Mit der Planung beauftragt wurde das Planungsbüro Kolhoff Landschaftsarchitekten aus Vechta.

 

Ein wesentliches Ziel ist die Steigerung der Aufenthaltsqualität, um die Verweildauer in der Innenstadt zu erhöhen. Barrierearme Sitzmöglichkeiten und sichere Übergangszonen geben den BesucherInnen der Innenstadt Sicherheit und erhöhen die Aufenthaltsqualität an diesem zentralen Ort der Stadt. Die Fußgängerzone soll zukünftig als Platz wahrgenommen und durch ein modernes Wasserspiel sowie ein Funktionsband mit moderner Ausstattung ergänzt werden. Dabei soll das hochwertige und ortsbildprägende rote Klinkerpflaster wiederverwendet und durch graue Betonsteinplatten im Funktionsband ergänzt werden. Durch das Funktionsband und die neuen Möblierungen soll auf derzeitige Gegebenheiten Rücksicht genommen und Eingänge, Übergänge und Schaufenster nicht versperrt werden.

 

Ein weiteres wesentliches Ziel ist es, der Außengastronomie mehr Platz zu geben und die Diepholzer Innenstadt und die historischen Gebäude durch eine entsprechende Beleuchtung in Szene zu setzen und damit auch in den Abendstunden erlebbar zu machen.

 

Der Vorentwurf soll in einem nächsten Schritt durch das Planungsbüro der Bevölkerung und insbesondere den Akteuren aus der Innenstadt vorgestellt werden. Während der Veranstaltungen und danach haben die Bürgerinnen und Bürger sowie die Akteure der Innenstadt dann die Möglichkeit, Anregungen und Hinweise zur Planung abzugeben. Unterstützung bei der Durchführung der Veranstaltungen erhält die Stadtverwaltung von der Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz e.V. und der Initiative Grafenkind, die mit dem Citymanagement beauftragt worden sind. Die Beteiligungsformate sollen entsprechend den dann geltenden Corona-Beschränkungen durchgeführt werden. Ziel der Stadtverwaltung ist es, Präsenzveranstaltungen durchzuführen.

 

Finanzierung:

Haushaltsmittel stehen bei dem Sachkonto 51100.0040018 004-11 zur Verfügung.

 

Anlagen:

-       Vorentwurf zur Neugestaltung des Bereiches „Lange Straße Mitte“